Welche Marke bekommt wie viel Platz? Wie viele Kleidungsstücke lassen sich hängend bzw. liegend im Store präsentieren? Die Softwarelösung von MuM gibt Antwort.

Ladenplanung und Warenströme

MuM entwickelt auf Revit-Basis eine Lösung für die Shop- und Store-Planung bei GERRY WEBER

Die Planung von Shops und Stores für Modemarken endet nicht bei Einrichtung, Beleuchtung und Klimasteuerung, um Kundinnen und Kunden in Kauflaune zu versetzen. Der Vertrieb benötigt zusätzliche Informationen über die Ladenfläche, um jede Verkaufsstelle optimal beliefern zu können. Bei der GERRY WEBER International AG suchte man nach einer Software, die das leistet. MuM entwickelte eine umfassende Lösung auf Basis von Autodesk Revit, Meridian und G-Info. Heute plant man in Ostwestfalen schneller, zuverlässiger und mit mehr Spaß an der Arbeit.

Mit den Marken GERRY WEBER, TAIFUN, SAMOON, TALKABOUT und HALLHUBER gehört die börsennotierte GERRY WEBER International AG zu den bekanntesten Unternehmen für Damenmode und Lifestyle. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vertreibt seine Kollektionen in mehr als 60 Ländern über den Facheinzelhandel, Shop-in-Shops, Concessions, eigene GERRY WEBER Stores sowie über Franchise Stores.

Innenausbau ist ein Dauerthema

Die Abteilung Construction Management mit etwa 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kümmert sich um die architektonische Planung, Projektmanagement, Bauleitung, Instandhaltung, Energiemanagement und viele Dinge mehr, die mit der optimalen Gestaltung und dem Betrieb der Verkaufsflächen zu tun haben. Dabei geht es sowohl um die Planung neuer Shops und Stores als auch um Änderungen: Da werden Flächen in Kaufhäusern verlegt, Stores müssen renoviert werden, Umzüge stehen an – die Arbeit geht dem Architekturteam beim Construction Management nicht aus.

Software muss mehr als „Ladeneinrichtung“ können

Das Projekt „neue Architektursoftware“ startete schon vor mehreren Jahren. Die Architektinnen und Architekten holten auch die Kollegen ins Boot, die sich um Bauleitung und Projektmanagement kümmern, um intern herauszufinden, was eine neue Software können sollte: 3D war selbstverständlich, ebenso Zuverlässigkeit, da man in dieser Hinsicht nicht sonderlich verwöhnt war. Zudem wurde eine spezielle, detaillierte Flächenauswertung gewünscht. Die Auswertung sollte präzise die Flächengrößen der einzelnen Marken sowie die Waren- und Lagerkapazitäten der jeweiligen Verkaufsfläche darstellen. Eine weitere Anforderung war die Auflistung der Präsentationsmöglichkeiten – liegend oder hängend – in Stückzahl und Prozent.

Lösung mit dreierlei Standardsoftware

Mit diesen Vorstellungen konfrontierte man verschiedene Anbieter am Markt und holte Angebote ein. Das Rennen machte schließlich die Hamburger Niederlassung von Mensch und Maschine, die ein Software-Dreigestirn anbot: Autodesk Revit für die Architekturplanung, Meridian für die Dokumentenverwaltung und die hauseigene Datenbank G-Info zur planübergreifenden Auswertung.

„Mode-Wörter“ lernen

In enger Zusammenarbeit zwischen dem Architekturteam bei GERRY WEBER und dem MuM-Projektleiter wurde aus dem Lastenheft ein Pflichtenheft: Welche Anforderung kann wie umgesetzt werden? Wer ist wofür verantwortlich? Wie gehen wir bei der Einführung vor? Viele Fragen mussten gestellt und beantwortet werden. „Die Zusammenarbeit war sehr angenehm“, erinnert sich Franziska Fischer, die stellvertretende Teamleiterin. „Die Leute von MuM haben sich wirklich für unsere Anliegen interessiert und haben sich viel Zeit genommen.“

Individualprogrammierung

Autodesk Revit ist die softwaretechnische Basis des gesamten Projekts, doch diese Standardlösung genügte nicht. MuM programmierte ein ergänzendes Tool, mit dem die Auswertung der Flächen und Warendichten aufgrund vorgegebener Excel-Tabellen möglich ist. Diese Angaben über Quadratmeter und Warenmengen werden zusätzlich als Tabelle in den Plan übernommen, so dass sich die Informationen sowohl visuell durch gekennzeichnete Flächen als auch tabellarisch ablesen lassen. Die kompletten Pläne stehen allen berechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im PDF-Format zur Verfügung und gewährleisten so einen kurzen Kommunikationsweg.

Sichere Arbeitsabläufe

Um den Datenaustausch auch über das Architekturteam hinaus zu ermöglichen, wurde Meridian installiert. Mit dieser Dokumentenverwaltung lassen sich nicht nur Daten speichern, suchen und finden. Es ist auch möglich, ganze Workflows zu definieren, so dass z. B. Freigabeprozesse immer auf die gleiche Weise ablaufen und der aktuelle Status dokumentiert werden kann. So läuft mit einem Franchisenehmer in einem Center ein dreistufiger Freigabeprozess ab: Bevor die Planung umgesetzt werden kann, gibt es eine interne Freigabe, danach gibt der Franchisenehmer die Planung frei und zu guter Letzt das Center. Alle Freigaben werden in Meridian dokumentiert und können von allen Projektbeteiligten eingesehen werden.

Begeisterung im Team

Vom Projektstart bis zum tatsächlichen Roll-out verging ein knappes Jahr. MuM führte auch die Schulungen durch – schließlich mussten mit dem Roll-out alle Mitarbeiter im Architekturteam mit Revit arbeiten können. „Oft trifft man in solchen Situationen ja auf Vorbehalte bei den Kollegen“, sagt Franziska Fischer. „Bei uns war das ganz anders: Alle haben sich auf das neue Werkzeug gefreut. Die Arbeit ist so intuitiv, dass man schnell mit allem klarkommt.“ Neue Mitarbeiter werden inzwischen in Eigenregie angelernt – und auch hier gilt: Alle finden sich mit dem Tool schnell zurecht.

Schneller und erfreulich zuverlässig

Bei GERRY WEBER ist man mit MuM und der gefundenen Lösung hoch zufrieden. Das Tagesgeschäft ist heute viel schneller erledigt als früher. Dank der Arbeit in 3D werden auch weniger Fehler gemacht – schließlich generiert die Software Ansichten und Schnitte automatisch. Alle Berechnungen sind korrekt und schnell. „Dazu kommt, dass wir unsere Arbeit heute auch ‚viel schöner‘ präsentieren können“, freut sich Franziska Fischer. „Eine 3D-Darstellung zur Ergänzung auf den Plänen macht viel mehr her und stellt die Wirkung der Flächen viel besser dar.“ Hinzu kommt, dass man 3D-Darstellungen schnell erstellen und daher einfach in das Tagesgeschäft integrieren kann. Im nächsten Schritt wird es darum gehen, die Datenbank G-Info weiter auszubauen und die Auswertungen besser zu nutzen.
Einheitliches Aussehen erleichtert die Wiedererkennbarkeit der Marke – einheitliche Abläufe dank Meridian erleichtern die Shop-Planung.
Kundinnen suchen das optimale Einkaufserlebnis. Auch darum muss immer wieder etwas am und im Laden verändert werden.